Kleine Museen unter einem Dach

Die Gründung der Schlesisch- Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH erfolgte am 01. Januar 1999. Damit wurde erstmals im Kulturraum Oberlausitz- Niederschlesien der Schritt gewagt, kleinere museale Einrichtungen außerhalb kommunaler Zuständigkeit zu betreiben. Erklärtes Ziel des Verbundes ist es, die Arbeit der verschiedenen Häuser zu koordinieren, die vorhandene Museumslandschaft zu erhalten sowie die kulturellen und historischen Traditionen der Region stärker hervorzuheben.

Mit ihren speziellen Themen liefern die vier Museen des Verbundes einen Schlüssel zum Verständnis von Geschichte und Natur der östlichen Oberlausitz.

Das Dorfmuseum Markersdorf ist ein agrarhistorisches Museum in einem original erhaltenen Vierseitenhof. Alle Wohn- und Wirtschaftsräume sind so gestaltet, als ob der Bauer mit dem Gesinde auf dem Acker sei und jeden Augenblick zurückkehren könnte. Der Bauerngarten mit seinen nahezu vergessenen Gemüsesorten und würzigen Kräutern erinnert sehr anschaulich an seine Aufgabe, den kärglichen Speisezettel einer kleinbäuerlichen Wirtschaft zu verbessern. in einem umgesetzten Ausgedingehaus ist eine Dorfschule aus der Zeit um 1900 zu besichtigen. Die Einzigartigkeit des Museums begründet sich in der aktiven Vermittlung überlieferter Bräuche und traditioneller Arbeiten in der Landwirtschaft. Dorfmuseum Markersdorf - Wohnhaus
Dorfmuseum Markersdorf - Wohnhaus

Das Granitabbau- Museum in den Königshainer Bergen präsentiert die Zeugnisse der Steinbruchindustrie, die hier zwischen 1844 und 1975 das Bild der Landschaft prägte. In einem ehemaligen Sozial- und Verwaltungsgebäude informiert eine Ausstellung über die schwere Arbeit der Steinbrecher. Anhand zahlreicher Sachzeugen wird der Weg des Steins vom Bruch bis zur Verarbeitung als Pflaster interessant und nachvollziehbar gestaltet.

Im hervorragend sanierten Schloss Krobnitz bei Reichenbach befindet sich eine Ausstellung zum preußischen Kriegs- und Marineminister Albrecht Graf von Roon, der das kleine barocke Herrenhaus 1873/74 ganz im Stil des Neoklassizismus umbauen ließ. Die Putzfassade kopiert in vielen Details das Berliner Kriegsministerium. Graf von Roon erweiterte den Park und legte im hinteren Parkteil eine Familiengruft an, die sein Sohn mit einer neogotischen Grabkapelle bebauen ließ. Leider fiel dieses Bauwerk im Jahr 1980 ein ideologisch motiviertem Abriss zum Opfer. Heute lädt das Schloss mit Ausstellungen, Konzerten und Vorträgen ein. Besonderen Zuspruch findet die Anlage bei jungen Paaren, die sich das „Ja- Wort“ geben. Schloß Krobnitz
Schloß Krobnitz

Eingang Ackerbürgermuseum
Eingang Ackerbürgermuseum

Im Ackerbürgermuseum Reichenbach kann sich der Besucher über das Leben der „kleinen Leute“ um 1900 informieren. Neben ihrer Arbeit in der Fabrik, in Handel und Gewerbe, betrieben die Einwohner zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes eine bescheidene Landwirtschaft im Nebenerwerb. Die rekonstruierte Inneneinrichtung des Wohnhauses ist ein Spiegel kleinstädtischer Lebensweise. Bei der Einrichtung wurde sehr viel Wert auf Detailtreue gelegt. In den Hofgebäuden befinden sich eine Glasdrückerei, in der aus farbigem Stangenglas Kleinteile, wie Rückstrahler und Plaketten, gepresst werden und eine Schauanlage zur Imkerei. Eine gläserne Beute erlaubt es, die fleißigen Pollensammlern bei Ihrer Arbeit zu beobachten.

Gotthold Ephraim Lessing  
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Via Regia Sculptura

 
 Netzwerk "VIA REGIA-
 Kulturstraße des Europarates"