Tagung VIA REGIA / Leipzig am 27.9.2010
im Museum der bildenden Künste

Mit Via Regia Sculptura soll sich eine Sächsische Kunststraße entwickeln, um den Kunst-Tourismus im Umfeld der urbanen Kunstzentren auch für den gesamten ländlichen Raum zu etablieren. Durch Einbeziehung von europäischen Künstlern findet eine weltoffene Geste statt, die den Austauschgedanken über die Stadtgrenze hinaus befördert.

Dabei wurde in Leipzig die  Wegekreuzung VIA REGIA und  VIA IMPERII aufgegriffen.
Seit Jahrtausenden begegnen sich diese zwei historischen Handelswege in der nördlichen Altstadt Leipzigs, die eine wichtige Grundlage zur Ausprägung als Handels- und Messestadt gelten. Der Brühl ist nunmehr Gegenstand des Wettbewerbes für Kunst im öffentlichen Raum. Die eingereichten künstlerischen Ideen werden in der Alten Nikolaischule vom 24.Oktober bis zum 20.November zu sehen sein. Eine hochkarätige Jury wird die besten Ideen zur Realisierung empfehlen.

Nunmehr fand am 27.9.2010 im Museum der bildenden Künste Leipzig die, den Wettbewerb  inhaltlich begleitende Tagung „VIA REGIA / Leipzig“ statt.

Hausherr Dr. Schmidt, Direktor des Museums der bildenden Künste erläuterte in seiner Begrüßungsrede, dass Reisen ein zeitloses Thema ist. Ähnlich wie bei der derzeitigen Staufer-Ausstellung (Mannheim) lassen sich die historischen Ereignisse wie beispielsweise die Kreuzzüge Barbarossas mit heutigem Reiseinteresse verknüpfen. Anläßlich der 3.Landesausstellung Via Regia in Görlitz 2011 wird diese Route in den sächsischen Fokus gelegt. Da sind Wege wie die der künstlerischen Partizipation nicht nur erwünscht, sondern ein Mittel zur Mehrung öffentlicher Wahrnehmung.
Dr. Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig begrüßte die Initiative Via Regia Sculptura und wünschte auch die Teilhabe von Schulklassen.

Martina Brandt skizzierte die Arbeit des Via Regia Begegnungsraum Landesverband Sachsen e.V.

Prof. Manfred Straube führte aus, dass die Handels- und Kulturroute Via Regia Grundlage der Entstehung der Handelsstadt Leipzig ist. Dieser Handelsweg ermöglichte den Warenaustausches im Mittelalter und auch die Erfassung der gehandelten Waren. Ein Handelszentrum war niemals Endstation, sondern kurzer Aufenthaltsort der Händler. Salz gehörte zum ersten Handelsgut in Leipzig. Es folgten Kupfer aus dem Mannsfelder Revier, Blei aus England, Wein aus Frankreich, Italien und Fische aus Stettin. Alle Waren wurden versteuert. Auch der Handel im Winter (Neujahrsmesse) entwickelte sich zusehends. Bereits um 1500 wurde Leipzig ein Zentrum des überregionalen Warenaustausches. Dadurch entstand städtischer Reichtum, der u.a. sich in der Architektur widerspiegelte. In den Passagen fanden die Warenmessen stand. Im Rathaus die Verkaufsstände; im Gewandhaus der Tuchverkauf. 1627-1688 war Leipzig ohne kommunale Selbstständigkeit. Jede Ein- und Ausgabe mußte in Dresden präzise verrechnet werden.

Claire Soriano vom Europäischen Institut für Kulturstraßen Luxemburg referierte zum Institut Europäische Kulturstraßen. Dieses widmet sich dem europäischen Kulturtourismus und der nachhaltigen Kulturentwicklung. Dazu wurde es vom Europarat beauftragt.

Die Via Regia Sculptura ist ein internationales Kunstprojekt aus Sachsen. Claudia Reichardt versteht sich hier als Kunstvermittlerin. Die Via Regia Sculptura (VRS) ist ein internationales Kunstprojekt aus Sachsen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf einen zukünftigen touristischen und kulturellen Anziehungspunkt zu lenken. Dazu bedarf es einer Basisfinanzierung aus Sachsen, um eine Grundlage für grenzüberschreitende Kooperationen schaffen zu können.
Die erarbeitete Rahmenkonzeption (siehe www.via-regia-sculptura.eu) bildet die Handlungsgrundlage für die mittelfristige Umsetzung zahlreicher Vorhaben.

Auch neue künstlerische Ideen werden in einem think tank gesammelt, autorisiert veröffentlicht und an interessierte Projektpartner vermittelt. Ein besonderes Merkmal der VRS ist die Integrierung eines kunsthistorischen Forschungsprojektes sowie die verstärkte interdisziplinare Kooperation (z.B. mit der Fakultät Geoinformation der HTW Dresden).
Verwandte Projekte (es wird kein direkter Vergleich angestrebt): „Straße des Friedens“ von Moskau nach Paris von Otto Freundlich, 1920er Jahre; Skulptur. Projekte in Münster, Kunst statt Kohle (Leipziger Südraum), transNATURALE (Bärwalder See, Lausitz)

Die Vorträge

VIA REGIA Kulturstraße des Europarates.
Horizonte - Kooperationen - Sichtweisen

Martina Brandt, VIA REGIA Begegnungsraum Landesverband Sachsen e.V.
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Handels- und Kulturroute Via Regia
Grundlage der Entstehung der Handelsstadt Leipzig

Prof. Manfred Straube, Leipzig
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Die Europäische Kulturstraße

Claire Soriano, Europäisches Institut für Kulturstraßen Luxemburg
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Die Via Regia Sculptura - internationales Kunstprojekt aus Sachsen
Ute Hartwig-Schulz, Claudia Reichardt
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Gotthold Ephraim Lessing  
  www.coe.int
www.culture-routes.lu www.europa.eu
Via Regia Sculptura

 
 Netzwerk "VIA REGIA-
 Kulturstraße des Europarates"